Webdesign · Entscheidung
WordPress, Next.js oder HTML und CSS? Die richtige Technik für Ihre Website
Die Frage nach der Technik kommt in fast jedem Erstgespräch. Drei Wege sind für Unternehmenswebsites üblich, und jeder hat seinen Platz. Ein Vergleich ohne Glaubenskrieg.
Kurz beantwortet
WordPress eignet sich, wenn ein Team Inhalte häufig selbst pflegen will. Next.js lohnt sich bei besonderen Anforderungen an Funktionen, Tempo oder Gestaltung. Eine handgeschriebene Website aus HTML und CSS ist die schlankeste und schnellste Lösung, wenn sich Inhalte selten ändern und ein Entwickler sie pflegt. Entscheiden sollten die Anforderungen, nicht die Gewohnheit.
Die drei Wege in wenigen Sätzen
WordPress ist ein Content-Management-System, also eine fertige Software, mit der man Seiten über eine Oberfläche im Browser anlegt und bearbeitet. Gestaltung und Funktionen kommen über Themes und Plugins dazu, oft mit einem Seitenbaukasten wie Elementor. Was ein CMS grundsätzlich ist, erklärt der Artikel Was ist ein CMS?.
Next.js ist ein Framework für Entwickler, aufgebaut auf React. Es gibt keine fertige Oberfläche zum Bearbeiten, die Website wird programmiert. Inhalte kommen aus Dateien oder aus einem angebundenen Redaktionssystem, einem sogenannten Headless CMS.
HTML und CSS heißt: Die Website wird direkt in den Sprachen geschrieben, die jeder Browser versteht, ohne System und ohne Framework dazwischen. Jede Seite ist eine fertige Datei auf dem Server. Was HTML und CSS leisten, erklärt der Artikel HTML und CSS für Auftraggeber.
Der direkte Vergleich
| Kriterium | WordPress | Next.js | HTML und CSS |
|---|---|---|---|
| Inhalte selbst pflegen | direkt im Browser, ohne Programmierkenntnisse | über ein angebundenes Redaktionssystem oder durch den Entwickler | durch den Entwickler, ohne Oberfläche |
| Gestaltung | flexibel mit Seitenbaukasten, Grenzen durch Theme und Plugins | völlig frei, jedes Detail programmierbar | völlig frei, jedes Detail von Hand gesetzt |
| Ladezeit | gut erreichbar, hängt stark von Theme, Plugins und Hosting ab | sehr gut erreichbar | sehr gut, es wird nur ausgeliefert, was auf der Seite steht |
| Pflege und Updates | regelmäßige Updates von System, Theme und Plugins | Updates von Framework und Paketen durch den Entwickler | kaum Updates, es gibt keine Software, die veraltet |
| Sicherheit | häufiges Angriffsziel, vor allem über veraltete Plugins | kleine Angriffsfläche bei vorab erzeugten Seiten | sehr kleine Angriffsfläche: keine Datenbank, keine Verwaltung |
| Funktionen | riesige Auswahl fertiger Plugins | individuell entwickelt oder angebunden | Formulare und Ähnliches brauchen ein kleines Skript auf dem Server |
| Hosting | Server mit PHP und Datenbank | Plattform für Node.js oder statischer Export | einfachstes Webhosting genügt |
| Abhängigkeit | viele Dienstleister kennen das System | braucht Entwickler mit React-Kenntnissen | jeder Webentwickler kann den Code lesen |
Wann WordPress die bessere Wahl ist
- Sie oder Ihr Team wollen regelmäßig Texte, Bilder, Stellenanzeigen oder Neuigkeiten selbst einstellen.
- Es werden Standardfunktionen gebraucht, für die es bewährte Plugins gibt, etwa Formulare, Terminbuchung oder ein kleiner Shop.
- Sie möchten bei einem Wechsel des Dienstleisters flexibel bleiben.
Mehr zu Stärken und Grenzen im Artikel WordPress für Unternehmenswebsites.
Wann Next.js die bessere Wahl ist
- Es gibt Funktionen, die über eine Visitenkarte hinausgehen, etwa Anbindungen an CRM, Buchungssysteme oder eigene Datenquellen.
- Die Website soll wachsen, mit vielen Seiten, die aus denselben Bausteinen entstehen.
- Ladezeit und Gestaltungsfreiheit sind wichtig, und die Pflege läuft über einen Entwickler oder ein angebundenes Redaktionssystem.
Mehr dazu im Artikel Next.js für Unternehmenswebsites.
Wann eine handgeschriebene Website die bessere Wahl ist
- Die Website hat eine überschaubare Zahl von Seiten, und Inhalte ändern sich selten.
- Tempo, Sicherheit und geringer Wartungsaufwand haben Vorrang vor einer eigenen Redaktionsoberfläche.
- Die Gestaltung soll bis ins Detail kontrolliert werden, ohne den Ballast eines Systems.
- Änderungen dürfen über den Dienstleister laufen, etwa im Rahmen eines Wartungsvertrags.
Die Grenze liegt bei der Pflege: Wer jede Woche selbst Inhalte einstellen will, ist mit einem Redaktionssystem besser bedient. Und Funktionen wie ein Kontaktformular brauchen auch hier ein kleines Programm auf dem Server, das die Nachricht weiterleitet.
Was das für die Kosten bedeutet
Eine Faustregel wie „WordPress ist günstiger“ greift zu kurz. Bei WordPress fallen laufend Updates und Prüfungen an, teils auch Lizenzen für Premium-Plugins. Bei Next.js ist die Erstellung eher aufwendiger, der laufende Aufwand für Sicherheit oft geringer. Eine handgeschriebene Website ist im Betrieb am günstigsten, weil kaum etwas veraltet und einfaches Hosting genügt. Dafür kostet jede inhaltliche Änderung etwas Entwicklerzeit. Welche Faktoren den Preis bestimmen, erklärt der Artikel Was kostet eine professionelle Website?.
Drei Fragen für die Entscheidung
Wer pflegt die Inhalte, und wie oft?
Wöchentlich durch das eigene Team spricht für WordPress oder ein Redaktionssystem. Selten und durch einen Dienstleister spricht für eine handgeschriebene Website oder Next.js.
Welche Funktionen sind nötig?
Standardfunktionen sprechen für WordPress, individuelle Anbindungen für Next.js. Für eine Unternehmenswebsite mit Kontaktformular reicht oft HTML und CSS mit einem kleinen Skript.
Was ist wichtiger: Selbstständigkeit oder Schlankheit?
Wer unabhängig vom Dienstleister ändern will, braucht eine Oberfläche. Wer maximale Geschwindigkeit und minimale Wartung will, fährt ohne System am besten.
Wie KKM-Design entscheidet
Häufige Fragen
Ist eine Website aus reinem HTML und CSS veraltet?
Nein. HTML und CSS sind die Grundlage jeder Website und werden ständig weiterentwickelt. Moderne Layouts, Animationen und Anpassungen an jede Bildschirmgröße lassen sich ohne Framework umsetzen. Veraltet wirken nur schlecht gepflegte Seiten, egal mit welcher Technik.
Kann ich später von WordPress zu Next.js oder HTML wechseln?
Ja, die Inhalte lassen sich übernehmen. Gestaltung und Funktionen werden dabei neu umgesetzt. Wichtig ist, alle bisherigen Adressen per Weiterleitung zu erhalten, siehe Website-Relaunch ohne Ranking-Verlust.
Rankt eine Technik besser bei Google als die anderen?
Nicht automatisch. Google bewertet Inhalt, Technik und Umfeld, nicht das System. Schlanke Seiten machen schnelle Ladezeiten leichter erreichbar, eine gut gebaute WordPress-Website kann aber ebenso gut ranken.
Was ist mit Baukästen wie Wix oder Jimdo?
Sie eignen sich für sehr einfache Auftritte mit kleinem Budget. Bei Gestaltung, Technik und einem späteren Umzug sind sie eingeschränkter als die drei Wege in diesem Artikel.
Kay Strack · Webdesigner und Cloud Engineer · KKM-Design